Der Geschirrgriff - Wie und wieso überhaupt?!

 

In meiner täglichen Arbeit mit z.B. „Leinenpöblern“ und „Jagdsäuen“ werde ich oft gefragt „Wie kann ich das Verhalten schnell und effektiv unterbrechen und meinen Hund wieder zu mir umorientieren?“

 

 

Hierzu eignet sich der sogenannte Geschirrgriff sehr gut. Er ist eines der Werkzeuge im positiven Training, das sehr umfassend genutzt werden kann: Bei Sichtung von Katzen, bei Sichtung des Erzfeindes, bei Wildsichtung, selbst zum Stoppen auf Distanz (obwohl ich dafür eher noch ein extra positiv aufgebautes Stopp-Signal bevorzuge!).

 

 

Wie wird der Geschirrgriff aufgebaut?

 

 

Wichtig ist, dass Du den Geschirrgriff als „Notfall-Signal“ verstehst, um unerwünschtes Verhalten schnell aber positiv unterbrechen zu können.

 

 

Im Aufbau des Geschirrgriffs wird körperliche Einschränkung positiv konditioniert, was zur Folge hat, dass der Hund sich zurückzunehmen lernt und sich zu seinem Menschen umorientieren kann.

 

 

Es gibt Hunde, die ohne dieses Training, in hoher Erregungslage, zu rückgerichteter Aggression neigen. Das heißt, dass der Hund sich in solchen Momenten zu seinem Menschen umdreht und versucht ihn zu beißen, sollte dieser ins Geschirr greifen.

 

 

Vorsorge ist also besser als Nachsorge, deswegen trainieren wir diese körperliche Einschränkung gemeinsam mit unseren Hunden.

 

 

Der Trainingsaufbau besteht dabei aus zwei Schritten.

 

 

Schritt 1:

 

  •       Du sagst 1x Dein Signal (z.B. „Halt“, „Stopp“ etc.)
  •       Zählst „21, 22“
  •       Greifst dann seitlich ins Geschirr
  •       Der Hund bekommt seinen Marker und eine hochwertige Belohnung
  •       Deine Hand geht erst weg, wenn der Hund aufgefressen hat

 

 

Dein Hund lernt dadurch im ersten Schritt, dass Du ihm körperliche Einschränkung ankündigst und anschließend sogar hochwertig belohnst.

 

 

 

Schritt 2:

 

  •       Du sagst 1x Dein Signal
  •       Zählst "21, 22"
  •       Greifst dann seitlich ins Geschirr
  •       Du baust einen leichten Zug nach hinten auf, sodass Dein Hund sehr schnell ein Sitz anbieten wird
  •       Das Sitz wird gemarkert und hochwertig belohnt (währenddessen Zug aufrecht erhalten)
  •     Deine Hand geht wieder erst weg, wenn Dein Hund aufgefressen hat

 

Bestenfalls solltest Du die Belohnung so „von hinten“ füttern, dass Dein Hund sich mit dem Kopf zur belohnenden Hand orientieren muss. Damit trainierst Du direkt das Abwenden vom späteren Auslöser mit.

 

 

Hast Du den Aufbau des Geschirrgriffs sauber durchgeführt, funktioniert das ganze nach recht kurzer Zeit auch ohne den eigentlichen Griff ins Geschirr, nur mit Ankündigung durch das Signal.

 

Ich wünsche Dir viel Spaß und Erfolg beim trainieren und anwenden!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0