Die "Problemkatze" - Weltherrschaft und unerziehbar?!

 

- Ist das so?! -

 

 

 

Heute möchte ich mein (dringend ausstehendes) Debut im Katzen-Blog geben.

 

In den letzten Wochen sah ich mich vermehrt konfrontiert mit absolut erschreckenden und veralteten Ansichten rund um Katzen als solches, sowie deren vermeintlicher „Nicht-Erziehbarkeit“.

 

 

Ich finde es sehr schade, dass augenscheinlich auch hier „alte Zöpfe“ noch nicht abgeschnitten wurden. Ich dachte immer, dass das nur Hunde und Pferde betrifft, aber so wie es aussieht, teilt auch die Katzenwelt dieses traurige Schicksal.

 

 

Erst einmal zum Verständnis vorweg:

 

 

Katzen sind, wissenschaftlich nachgewiesen (im Gegensatz zu Hunden und Wölfen), in Bezug auf Körperbau und Verhalten noch sehr nah an ihren wild lebenden Verwandten. Sie streifen durch ihr „Revier“, jagen, klettern usw.

 

Jedem Katzeninteressierten und Halter sollte bewusst sein, dass ihre Stubentiger Bedürfnisse haben, die gestillt werden müssen.

 

 

Katzen sind keine Tiere, die sich den lieben langen Tag selbst beschäftigen, herumliegen und sich gerne langweilen. Gerade durch reine Wohnungshaltung wird der „Wirkungskreis“ massiv auf wenige qm eingeschränkt. Aber auch Freigänger werden durch ein immer größer werdendes „Katzenaufkommen“ in der Nachbarschaft immer weiter eingeschränkt.

 

 

 

Was braucht eine Katze also, um glücklich zu sein?

 

 

Da gibt es viele Variablen und vieles ist (genau wie bei uns Menschen) sehr individuell.

 

 

Aber eigentlich ist es ganz einfach: Ein ansprechendes und artgerechtes Umfeld.

 

 

Reine Wohnungskatzen brauchen ein ansprechendes Bewegungs- bzw. Kletterangebot, z.B. durch Kratzbäume und 3D-Walks.

 

 

Genauso wichtig ist es, die „Toiletten-Situation“ genau in Augenschein zu nehmen: Wie viele Katzentoiletten gibt es im Haushalt, wo stehen diese, welche Einstreu wird gut akzeptiert, wie oft wird gereinigt usw.

 

 

Und das Wichtigste: Eine Katze möchte gefordert und gefördert werden! D.h. sie möchte definitiv auch Quality Time mit ihrer Bezugsperson. Das kann kuscheln, spielen, Tricks üben…einfach alles sein.

 

 

Es lebt aber immer noch der Irrglaube, dass eine Katze das perfekte Haustier für z.B. alte Menschen und Berufstätige sei, weil sie sich komplett allein beschäftige.

 

 

Ja klar, das können Katzen…allerdings werden die gewählten „Beschäftigungen“ beim Halter meist nicht sehr glücklich aufgenommen. Denn meistens sind es unerwünschte Verhaltensweisen und schon gilt die Katze als „gestört“.

 

 

Neben Langeweile und Stress sind auch körperliche Beeinträchtigungen immer wieder Auslöser für unerwünschte Verhaltensweisen bei Katzen.

 

 

Wo wir gerade von Stress sprechen: Damit sollte es wohl vollkommen klar sein, dass „Erziehungsmethoden“ wie z.B. die Katze mit der Nase durch ihren Urin ziehen, wenn sie unsauber war oder die Katze vom Tisch schubsen, wenn sie da nicht drauf soll, eher weniger geeignet sind.

 

 

Denn all diese „Erziehungsmethoden“ erreichen nur eins: Dass die Katze durch ihre Bezugsperson verängstigt wird und nicht versteht, weshalb das passiert.

 

 

Unwohlsein/Angst erzeugt Stress und Stress erzeugt noch mehr unerwünschtes Verhalten --> Willkommen im Teufelskreis.

 

 

Deswegen vertrete ich die Meinung, dass für unerwünschtes Verhalten immer schnellstmöglich die URSACHE herausgefunden werden muss und nicht nur ein Symptom dessen „behandelt“ werden sollte.

 

 

Es gibt immer eine plausible Ursache! Hat man diese gefunden, sollten ggfs. notwendige medizinische Maßnahmen erfolgen, Änderungen im Umfeld vorgenommen werden und der Katze dann (auf Basis positiver Verstärkung) beigebracht werden, welches Verhalten man sich von ihr wünscht.

 

 

Man kann Katzen nicht erklären, dass sie ein Verhalten lassen sollen, denn sie verstehen uns nicht. Unterlassen sie ein Verhalten geschieht das lediglich aus Unsicherheit oder Angst vor Ärger…aber das hat oft auch den Vertrauensverlust zur Bezugsperson zur Folge und das möchte man ja eigentlich nicht.

 

 

Wir können ihnen aber sehr wohl beibringen, welches Verhalten wir anstatt des unerwünschten Verhaltens sehen möchten, dies systematisch mit der Katze trainieren und somit eine neue Routine im Tier etablieren…quasi wie ein Umdenken.

 

 

Die Antwort also: NEIN, Katzen möchten nicht die Weltherrschaft an sich reißen und sie sind keineswegs unerziehbar! Forschungen haben sogar ergeben, dass sie unter den domestizierten Tieren tatsächlich zu denen gehören, die am schnellsten lernen 😉

 

 

Hast Du eine „Problemkatze“ und weißt einfach nicht, wo Du noch nach der Ursache für das unerwünschte Verhalten suchen sollst?

 

 

Melde Dich gerne bei mir. Wir finden es heraus und arbeiten gemeinsam daran.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0